Weinbau Madonnenberg Schriesheim e. V.
Weinbau Madonnenberg Schriesheim e. V.

Die fleißigen Helfer waren am Samstag bei bestem Oktoberwetter im Einsatz, um die Trauben von den Rieslingreben runter-zuholen. Zwei große Bottiche füllten sich so nach und nach, im Vorjahr waren es noch drei gewesen.

 

Foto: Kreutzer

Ertrag der Madonnenberg-Lese fiel geringer aus

Von Max Rieser

 

Schriesheim. Es war ein goldener Herbsttag, der dem Verein "Weinbau Madonnenberg" für die diesjährige traditionelle Lese am Samstag beschert war. Zehn Helfer aus der Gruppe hatten sich eingefunden, um die reifen Trauben in große Bottiche zu verladen. Verdoppelt wurden diese dann durch das Team des Leutershausener Landwirts Werner Volk, der die Pflege des Weinbergs besorgt.

 

Seit 1989 stellt der "Weinbau Madonnenberg" den Erhalt des historischen Weinbaus am namensgebenden Hang sicher. Den Namen bekam die Fläche durch die sandsteinerne Madonnenstatue auf dem Berg, die der Ebene zugewandt ist. Neben der Lese kümmert man sich auch darum, dass das Gelände erhalten bleibt. Bevor der Weinbau wieder beginnen konnte, wurde alles fein terrassiert, mit 1200 Pflanzen neu angelegt und die Madonnenstatue restauriert. Im Laufe der Zeit kam noch die Madonnenberg-Hütte dazu. Da die Trockenmauer, die den Hang begrenzt, im Jahr 2009 eingestürzt war, wurde 2013 eine neue gebaut. Die Kosten in Höhe von 300.000 Euro für die Sandsteinmauer wurden größtenteils durch Fördergelder der EU aufgefangen.

 

Die Fläche von ungefähr einem halben Hektar ist mit Riesling Reben bepflanzt, die nach der Lese zur Schriesheimer Winzergenossen-schaft transportiert werden und wie deren Weine im Badischen Winzerkeller in Breisach ausgebaut werden. Der Ertrag schwankt dabei je nach Jahrgang, wie der Vorsitzende des Vereins, Bürgermeister Hansjörg Höfer vor Ort berichtete. Diesmal erntete das Team zwei große Bottiche voll Trauben, im Jahr davor waren es drei.

 

Beim gemeinsamen Vesper am Nachmittag ließ man es sich bei kalten Platten, dem eigenen Madonnenberg-Sekt und Riesling der Schries-heimer Winzergenossenschaft gut gehen. Das hätten sich auch alle verdient, sagte Hansjörg Höfer, denn der Hang sei steil und die Lese für Laien und Profis einigermaßen beschwerlich. Wegen der unsicheren Wetterlage sei noch bis zum vorhergehenden Montag nicht klar gewesen, ob das traditionelle Treffen überhaupt stattfinden könne. Umso glücklicher zeigte sich der Vorsitzende über den strahlenden Oktobertag.

 

Auch Bürgermeisterkandidat Christoph Oeldorf wollte sich eine Teilnahme an der Lese nicht entgehen lassen: "Ich versuche, das jedes Jahr einzutakten", berichtete er. Das liege zum einen daran, dass es Spaß mache und zum anderen daran, dass der Verein ein wichtiger Teil des gesellschaftspolitischen Lebens der Stadt sei: "Man kommt dort immer mit Leuten aus unterschiedlichen politischen Richtungen zusammen, das finde ich wichtig", sagte er.

 

Dass er nur kurz helfen konnte, bedauerte der Bürgermeisterkandidat, da er aber noch seinen Wahlkampfstand auf dem Markt zu betreuen hatte, ging es dieses Jahr nicht länger. Die Arbeit auf dem Madonnenberg sei schwer, "aber Weinlese ist eben harte Arbeit", gab er zu bedenken.

 

Für Christoph Oeldorf ging es am Nachmittag noch auf ein Minigolfturnier und ein Handballspiel. Beim Oktoberfest der "La Perseria Mashti" ließ er dann den Abend ausklingen.

 

Bei der Weinlese auf dem Madonnenberg genießen die Helfer das sonnige Herbstwetter / Zwei Bottiche Riesling-Trauben geerntet

Weinlese auf dem Madonnenberg bei sonnigem Herbstwetter: Die Laune bei den vielen Helfern war prächtig.

 

 

 

 

BILD: GERLINDE GREGOR

 

Gute Süße, aber bescheidener Ertrag

 

Am Samstag war es mal wieder soweit .Die Winzergenossenschaft gab den Startschuss zur Riesling-Lese auf Schriesheims höchsten und schönsten Weinberg an der Bergstraße, dem Madonnenberg. Leider war dieser Zeitpunkt für viele prominente Hobbywinzer recht ungünstig, mussten sie doch andere wichtige Termine wahrnehmen.

 

„Ich kann in diesem Jahr leider nicht den ganzen Vormittag im Weinberg arbeiten“, bedauerte Bürgermeisterkandidat Christoph Oeldorf, der seinen Wahlstand auf dem Wochenmarkt verließ, um mit anzupacken. „Das Arbeiten in der Natur ist für mich eine echte Erholung von der Schreibtischarbeit“, begründete der Bürgermeisterkandidat seine Leidenschaft Hobbywinzer. Außerdem werde man nach getaner Arbeit mit einem geselligen Beisammensein belohnt.

 

Die Lese unter der Skulptur der Madonna ist ein mühsames und arbeitsintensives Unterfangen, denn wegen der Steillage und der schmalen Durchgänge kann ein Traktor nicht durch die Reihen fahren. Da heißt es, den gefüllten Zuber auf dem Rücken zum Bottich zu tragen. Da wird auch gerne mal zwischendurch eine kleine Verschnaufpause eingelegt und man lässt seine Blicke über die Rheinebene schweifen. Sowie an diesem sonnigen milden Herbsttag. Aller Unkenrufe zum Trotz, hat in diesem kühlen und verregneten Sommer der Riesling eine Süße erreicht, wenn auch der Ertrag bescheiden ist. „Wir werden in diesem Jahr knapp zwei Bottiche zum Kelterhaus fahren“, schätzte einer der polnischen Saisonarbeiter. Bürgermeister Hansjörg Höfer, der auch in diesem Jahr viele Hobbywinzer wieder für die Lese im Madonnenberg gewinnen konnte, freute sich über die gute und wohl schmeckende Qualität der Trauben. „Wir sind schon den ganzen Vormittag am Naschen“, lachte er. Auch wenn in diesem Jahr die Öchslewerte etwas niedriger sein werden, glaube er an einen guten Jahrgang. Er erklärte, dass die Winzergenossenschaft den Ausbau mache und für den Verkauf verantwortlich sei.

 

Hat der Reiz abgenommen?

 

Waren in der Vergangenheit weitaus mehr Hobbywinzer im Weinberg, so hat es seit einigen Jahren den Anschein, als hätte bei ihnen der Reiz an einer Lese abgenommen. Doch das konnte Bürgermeister Höfer

nicht bestätigen. Einmal läge es am Alter der Mitglieder und zum anderen an nicht zu verschiebenden Terminen. „Wir haben den Termin erst Anfang der Woche bekommen und da hatten die meisten bereits andere Verpflichtungen“, begründete er. Immerhin habe der Madonnenberg-Verein über 30 Mitglieder.

 

Einer, der von Beginn an dabei ist und kaum eine Lese versäumt hat, ist Wolf-Diether Burak, ehemaliger Leiter des Technoseums in Mannheim. Gerne erinnert er sich an die Zeit vor rund 30 Jahren zurück, als er gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Peter Riehl im Mannheimer Technoseum den Madonnenberg-Verein gründete. Als beim Richtfest am Neubau des Landesmuseums nachmittags um 16 Uhr das Bier ausgegangen sei, habe er scherzhaft gesagt „Entweder wir kaufen eine Brauerei oder einen Weinberg“. Und so war die Idee zu einem historischen Weinbau geboren. „Zur Lese kamen stets Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft“, schwelgte er in Erinnerung.

 

Viel Zeit zum Träumen verblieb ihm aber nicht. Die Arbeit rief und bis zum Vesper waren noch einige Trauben in die Bottiche zu schneiden. Unten in der Hütte waren die Tische bereits mit kalten Platten gedeckt und die Weine waren auch schon kaltgestellt.

 

„Wir müssen uns verjüngen“

Zahl der Helfer bei traditionsreicher Weinlese am Madonnenberg war auch am Freitag klein

Bürgermeister Hansjörg Höfer (am Bottich), selbst Hobby-winzer, zeigte sich zufrieden mit dem Ertrag.

 

 

 

 

Foto: Dorn

Schriesheim. (vkn) Bei herrlichem Spätsommerwetter haben die Helfer bei der Madonnenberg-Weinlese die Trauben geerntet. Nachdem die Lese im vergangenen Jahr bei nasskaltem Wetter stattgefunden hatte, hatten die freiwilligen Erntehelfer vom Madonnenberg-Verein am Freitag keinen Grund der Klage.

 

„Das war fürchterlich“, erinnerte sich Fred Dietzel an das vergangene Jahr. „Bitterkalt war’s“, pflichtete ihm Bürgermeister Hansjörg Höfer bei. Beim Aufstieg und zu Beginn der Lese in den Weinbergen – die Helfer ernteten von Hand und mithilfe von Rebscheren – war das gruselige Erlebnis immer wieder Thema. Aber wenigstens hatte der Geschäftsführer des Madonnenbergvereins, Thomas Höhr, damals den richtigen Riecher und erstmals zum Abschluss der Madonnenberg-Weinlese bei der Metzgerei Forschner ein warmes Essen für alle bestellt. In diesem Jahr war für den Abschluss wieder kalte Platte mit Hausmacher Wurst vom Obsthof Volk vorbereitet. Die Helfer konnten die Stärkung gebrauchen, gerieten sie bei der Lese doch ganz schön ins Schwitzen.

 

„Ganz gesundes Lesegut“, freute sich Bürgermeister Höfer, der selbst zwei Weinberge bewirtschaftet. Auch Dietzel, früher Leiter des Wasserwirtschaftsamts in Schriesheim, ist Hobby-Winzer.

 

Dennoch wird die Zahl der Helfer bei der Madonnenberg-Weinlese immer überschaubarer. In diesem Jahr nahmen nur acht Aktive aus dem Madonnenberg-Verein teil, im Vorjahr waren es noch knapp 20 gewesen. „Es werden immer weniger“, stellte der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Bernd Hegmann, fest. Er ist schon fast von Anfang an dabei. Da die Mitglieder des Vereins immer älter werden, sei er mit seinen 64 Jahren einer der Jüngsten, meinte Bürgermeister Höfer: „Wir müssen schauen, dass wir uns im nächsten Jahr verjüngen.“

 

Allerdings hatte die Winzergenossenschaft, die die Weinberge sonst bewirtschaftet, den Tag für die Madonnenberg-Weinlese „überraschend kurzfristig terminiert bekommen“, so Geschäftsführer Höhr. Es blieb folglich wenig Zeit für die Einladung. Denn viele der Helfer und Weinstock-Paten kommen immer wieder gern zu dem Termin, der trotz aller Anstrengung gute Laune und Vergnügen verspricht. Das weiß auch Höfers Amtskollege Christoph Oeldorf aus Wilhelmsfeld. „Wenn’s geht, komme ich. Es macht Spaß“, sagt er. Es ergebe sich auch immer eine gute Gelegenheit für ein Gespräch. Erstmals dabei in der Runde der Helfer des Madonnenberg-Vereins war Ralf Heß, Vorstand der Volksbank Kurpfalz. Ihn verbinde viel mit der Weinstadt. Hier habe er Handball gespielt und gelernt, erzählt er. In Schriesheim fühle er sich verwurzelt.

Unter den Helfern an diesem Nachmittag war auch Peter Bickel vom städtischen Bauhof. Im kommenden Jahr will der Verein bei den Bauhofmitarbeitern anfragen, um weitere Helfer zu bekommen, so Höhr. Angesagt als Helfer hatten sich für später der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Stefan Dallinger, sowie der langjährige Fraktionssprecher der Freien Wähler in Schriesheim, Frieder Ewald.

 

Die kleine Schar der Freiwilligen vom Madonnenberg-Verein wurde von Erntehelfern des Obsthofs Volk unterstützt, sonst hätte die Zeit wohl nicht gereicht. Satte 2800 Kilo Trauben hat die Weinlese am Madonnenberg 2019 gebracht, die von der Winzergenossenschaft zu Sekt verarbeitet werden. Allerdings sind vom Vorjahr noch über 1000 Flaschen übrig. Daher ist noch nicht klar, was dieses Mal aus der Lese gewonnen wird.

 

Den Madonnenberg-Sekt 2019 gibt es bei der Winzergenossenschaft oder bei der Stadt Schriesheim zu erwerben.

 

©Rhein-Neckar Zeitung | Bergstraße/Mannheim/Weinheim | BERGSTRASSE-NECKAR Samstag, 19. September 2020

SCHRIESHEIM ERNTEZEIT BEI DEN MITGLIEDERN DES MADONNENBERGVEREINS / AUCH BÜRGERMEISTER HANSJÖRG HÖFER UND WEITERE HELFER PACKEN BEI DER WEINLESE MIT AN

Erntezeit in den Schriesheimer Wein-bergen: Die Helfer und Vereinsmitglieder des Madonnenbergvereins sammeln die süßen Trauben mit Eimern ein.

 

© Gerlinde Gregor

Erntezeit auf dem höchsten Weinberg Schriesheims: Zum Auftakt in das Wochenende sammelten die Mitglieder des Madonnenbergvereins mit Rebscheren und Eimern die ersten Trauben ein. Während die Erntehelfer vom Obsthof Volk, der über das Jahr hinweg für Pflege und Schnitt im Weinberg Sorge trägt, bereits in den Morgenstunden mit der Lese begannen, trafen die Mitglieder des Madonnenbergvereins erst gegen Mittag ein.

 

Auch Bürgermeister Hansjörg Höfer packte mit an. „Wir beginnen in diesem Jahr ganz oben und arbeiten uns nach unten“, instruierte er. Die erste Reihe war von Höfer, sein Kollege Christoph Oeldorf aus Wilhelmsfeld, Ralf Heß von der Volksbank Kurpfalz, Bern Hegmann und Fred Dietzel, dem ehemaligen Leiter des Heidelberger Wasserwirtschaftsamtes, schnell abgearbeitet.

 

Der Sommer und der gerade beginnende Herbst haben es mit den Winzern gut gemeint. Vielleicht etwas zu trocken, aber Reben könnten tief im Boden noch Wasser ziehen und auch von Pilzen seien die Winzer verschont geblieben. Kaum etwas musste von den Henkeln abgeschnitten und verworfen werden. Über den exakten Oechsle Wert wurden sich die Hobby-Winzer des Madonnenbergvereins an diesem recht frühherbstlichen Septembertag nicht ganz einigen. Der Oechsle Wert gibt in der Fachsprache der Winzer als Messskala das Mostgewicht für Wein an, heißt es im Online-Lebensmittellexikon.

 

Auf Versektung verzichten

 

So ganz ohne Refraktometer sei es schwer, den Wert zu ermitteln. Und so verließen sich die Winzer auf ihr Fachwissen und das Bauchgefühl. „Ich schätze so um die 85 Oechsle“, vermutete Dietzel. „Ich bewirtschafte hier ganz in der Nähe selbst einen kleinen Weinberg“, erzählte er.

 

Dort habe er bei seinen Trauben, die er erst vor wenigen Tagen gelesen habe, einen Oechsle Wert von 82 gemessen. „Das ist für eine Sorte, wie den Riesling ein sehr guter Wert“, berichtete er zufrieden. Bürgermeister Höfer zeigte sich nach einer Geschmacksprobe ebenfalls mit der Qualität der Trauben auf dem Madonnenberg mehr als zufrieden.

 

Auch wenn die Trauben in diesem Sommer von der Süße und der Qualität einen hervorragenden Madonnenberg-Sekt abgeben würden, will der Verein in diesem Jahr auf eine Versektung verzichten. Grund: Aus den vorangegangenen Jahrgängen habe der Verein bisher noch nicht alle Flaschen verkauft, das Lager sei noch gut gefüllt.

 

„Viele Abnehmer sind abgesprungen“, klagte Thomas Höhr. Der Verein werde das Lesegut dennoch an die Winzergenossenschaft (WG) weitergeben. Sekt aus dem vorherigen Jahrgang des Vereins gibt es im Rathaus oder bei der WG für 15 Euro pro Flasche zu kaufen.

 

© Mannheimer Morgen, Montag, 21.09.2020

 

Weinlese 2018

SCHRIESHEIM HOBBYWINZER TREFFEN SICH ZUR ARBEIT AUF DEM MADONNENBERG / HELFER SCHÄTZEN ENTSPANNTE ATMOSPHÄRE

 

Bürgermeister packen bei der Lese mit an

24. September 2018 Autor: Gerlinde Gregor

 

 

© Gregor

 

Auf dem Schriesheimer Madonnenberg trafen sich ein Dutzend Hobbywinzer zur gemeinsamen Weinlese.

 

„Wie viele Öchsle mögen in diesem Jahr die Rieslingtrauben wohl haben“, darüber grübelten die Hobbywinzer, die sich an diesem Samstagvormittag die Trauben im höchsten Weinberg Schriesheims einzubringen. Ohne Refraktometer war das allerdings schwer zu ermitteln. Da brauchte es schon einen ganz empfindlichen Gaumen. „Ich schätze, es sind um die 85 Öchsle“, schätzte Bürgermeister Höfer mit seinem Gaumen augenzwinkernd den Öchslegehalt.

 

13 ehrenamtliche Hobbywinzer hatten sich auf den beschwerlichen Weg zum höchsten Weinberg aufgemacht, um unter der Statue der Madonna die von ihr beschützten Trauben zu lesen. „So viele Freizeitwinzer wie in diesem Jahr, hatten wir schon lange nicht mehr“, bestätigte Höfer.

Er freute sich ganz besonders, dass in diesem Jahr einige seiner Amtskollegen aus den Nachbargemeinden seiner Einladung gefolgt waren. „Weder in Heddesheim noch in Wilhelmsfeld gibt es Weinberge und ich wollte sie an diesem Erlebnis teilhaben“, begründete Höfer seine Einladung. Gemeinsam mit ihm ließen die beiden Alt-Bürgermeister Rainer Ziegler aus Ladenburg und Hans Zellner aus Wilhelmsfeld wie die beiden amtierenden Bürgermeister Michael Kessler aus Heddesheim und Christoph Oeldorf aus Wilhelmsfeld Trauben um Trauben in die Eimer fallen.

 

Ganz andere Gesprächskultur

 

„Als Junge habe ich schon öfter bei der Lese mitgeholfen“, erzählte der Wilhelmsfelder Bürgermeister, dem die Arbeit recht flott von den Hand ging und der auch nach knapp zwei Stunden keine Ermüdungserscheinung zeigte. Er sei gerne der Einladung gefolgt, könne man hier in entspannter Atmosphäre einiges besprechen. „Hier ist es anders als am Verhandlungstisch, das ist eine ganz andere Gesprächskultur“.

 

Für den ehemaligen Sparkassenvorstand Rüdiger Hauser gehört die alljährliche Weinlese auf dem Schriesheimer Madonnenberg zu einem festen Bestandteil in seinem Terminkalender. Für ihn sei es das Highlight des Jahres und er freue sich auf die guten Gespräche und das Wiedersehen mit alten Freunden. „Seit gut 20 Jahren bin ich mit dabei“, überlegte er.

 

„Jahrgang wird sensationell“

 

Auch für die beiden Damen Romy Schilling und Isolde Nelles, die fast immer bei der Lese dabei sind, bedeutet es eine willkommene Abwechslung. „Der Jahrgang 2018 wird einfach sensationell“, davon war die echte Weinkennerin Romy Schilling überzeugt. Sie ging sogar so weit, dass sie die Prognose abgab, er werde einem Crémant ebenbürtig sein. Nach getaner Arbeit – das war um das Mittagsläuten – wartete auf alle eine deftige Brotzeit, die zünftig unter der Madonna eingenommen wurde.

 

© Mannheimer Morgen, Montag, 24.09.2018

 

Weinlese 2017

Schriesheim 21 Helfer im bekannten Wingert im Einsatz

 

Fröhliche Weinlese auf dem Madonnenberg

 

 

Nach dem etwas trüben und kühlen Herbstwetter der vergangenen Tage zeigte sich der Samstag von seiner besten Seite. Bei blauem Himmel, Sonne und Temperaturen, die bis an die 20-Grad-Grenze reichten, machte es den Hobbywinzern des Madonnenbergvereins richtig Spaß, gemeinsam mit gleichgesinnten Weinkennern die prallen und saftigen Riesling Trauben fachmännisch von den Rebstöcken zu schneiden.

 

Eine Anleitung benötigten die Madonnenbergwinzer nicht, sind sie doch im Laufe der Jahre selbst zu echten Profis geworden. Unter den wachsamen und gütigen Augen der Madonna machten sich an diesem Samstag bereits vor zehn Uhr insgesamt 21 Erntehelfer an die Arbeit.

 

Über den gesamten Sommer wachte die Himmelsfürstin über die Reben und bescherte auch in diesem Jahr den Hobby- und Freizeitwinzern des Madonnenbergvereins eine reiche Ernte. "Es ist eine Freude und willkommene Abwechslung, hier im Herbst arbeiten zu dürfen", freute sich Bürgermeister Hansjörg Höfer, der gerne seinen Kugelschreiber gegen die Rebschere eintauschte.

 

Zu den prominenten Freizeitwinzern zählte auch Landrat Stefan Dallinger. "Es macht so richtig Spaß", sagte der Landkreis-Chef, und auch Bürgermeister Höfer hatte seine helle Freude am gemeinsamen Tun.

So wanderte Rebe um Rebe in die Kübel, die von den polnischen Erntehelfern in die Tragekörbe gefüllt wurden, auf dem Rücken der Helfer wurden sie dann zu den großen Behältern gebracht, die mit den Traktoren in die Ebene gefahren wurden.

 

Wie viele Oechslegrade mochte die Ernte wohl haben? Das war die Frage, welche die prominenten Hobbywinzer beschäftigte. Da aber niemand über einen Refraktometer verfügte, wurden sie nur geschätzt. "Geschmeckt haben sie einen Wert um 85,5 Grad Oechsle", scherzte Dallinger, der sich selbst weniger als Weinkenner denn als Weintrinker bezeichnete. "Es war ein gutes Jahr", spekulierte er.

 

Von Bürgermeister Höfer war zu erfahren, dass die Trauben gesund sind, der Ertrag aber um ein Drittel niedriger als im letzten Jahr liege.

 

So ging das Herbsten schnell und zügig von der Hand. Traube um Traube wanderte in den Eimer, so manche wurde auch verkostet und als gut bewertet.

 

"Wir werden in diesem Jahr wieder nur Sekt machen", berichtete Höfer: "Ich bin mir schon jetzt sicher, dass auch der Sekt 2017 wieder eine Medaille erhalten wird", sagte er. "Im letzten Jahr wurde er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet". Nach getaner Arbeit wartete auf alle eine deftige Brotzeit. greg

 

© Mannheimer Morgen, Montag, 25.09.2017

 

Bei der Weinlese auf dem Madonnenberg sind wie immer einige Prominente dabei, allen voran Landrat Dallinger (2. v. l.) und Bürgermeister Höfer (2. v. r.).

© Gregor

 

Anschrift

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c/o Rathaus

Friedrichstr. 28 - 30
69198 Schriesheim

Telefon: +49 6203 602101

E-Mail: madonnenberg@web.de

 

 

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