Weinbau Madonnenberg Schriesheim e. V.
Weinbau Madonnenberg Schriesheim e. V.

Der Schriesheimer Madonnenberg liegt im Nordosten der Stadt über den Weinbergen und schmiegt sich sanft an die Ausläufer von Zins und Hunsrück an - am Übergang zwischen der Rheinebene im Westen und Odenwald im Osten.

 

Der Madonnenberg befindet sich in einem kleinen Bach-Tal, einem typischen Landschaftselement der Bergstraße, das in der Nacheiszeit von dem auf dem Tal-Grund verlaufenden Vohbach geschaffen wurde. Dieser hat sich tief in das aus Granit bestehende Grundgebirge eingegraben.

 

Vor der Kultivierung durch den Menschen waren die Hanglagen und auch die Aue des Vohbachs völlig bewaldet. Spätestens im Mittelalter setzte allerdings eine gezielte Landnutzung ein. Schon damals wurde die klimatische Begünstigung der Bergstraßen-Hänge erkannt. Die erste Erwähnung von Weingärten im Gewann Vohbach datiert bereits aus dem Jahre 1250.

 

Im 13. und 14. Jahrhundert erlangte der Weinbau eine nie mehr erreichte Ausdehnung auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, durch die Wein zum Getränk für alle Schichten der Bevölkerung wurde. In heute unvorstellbaren Mengen wurde er damals konsumiert. Dies lag natürlich zum einen an seiner berauschenden Schmackhaftigkeit, zum anderen aber auch an seiner Funktion als "Gesundheitstrank", war Wein doch damals weitaus sauberer als Wasser, das oftmals Krankheiten und damit auch den Tod in viele Orte trug. Wasser tranken n ur die Ärmsten unter den Armen sowie Zuchthäusler; Wasser zu trinken galt als Schande.

 

Auch wenn der Wein zumeist nicht gut, das heißt: mangels vergärbarem Zucker ziemlich dünn gewesen sein dürfte, so erfüllte er doch den Zweck eines sauberen und damit erfrischenden, nicht zuletzt aber auch hygienisch einwandfreien Getränkes. Selbst wenn dieser Wein meist weniger Alkohol enthielt als heute, so wurde das durch erhöhten Konsum mehr als ausgeglichen.

 

Getrunken wurde der Wein in jener Zeit häufig warm oder gesüßt. Da zum Süßen Zucker wegen seines hohen Preises selten zur Verfügung stand, wurde auf Honig oder aber giftige Substanzen wie Bleiazetat zurückgegriffen. Je nach Geschmack setzten die Wirte kurz vor dem Ausschank dem Wein einige Tropfen Bleiazetat zu; es enthielt bis zu 500 Gramm Blei pro Liter.

 

Ein jähes Ende fand der Weinbau auf deutschem Gebiet und auch an der Bergstraße durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, der nahezu die gesamte Rebfläche Deutschlands vernichtete, die bis dahin 300.000 Hektar hatte - eine Größenordnung, die nie wieder erreicht werden sollte (heute sind es 100.000 Hektar). Durch den sich daraus ergebenden Mangel an Wein stiegen die Preise in starkem Maße an, was zur Folge hatte, dass vielerorts Wein auf wenig legale Weise hergestellt oder minderwertiger Wein verdünnt wurde - ein Delikt, auf das im 18. Jahrhundert die Todesstrafe stand.

 

Erst im 18. Jahrhundert hatte sich der Weinbau zumindest in den klassischen Weinbau-Regionen wieder etwas erholt. Allerdings konnte er nie mehr an das ursprüngliche Niveau anknüpfen, zumal sich andere Getränke wie Tee und Kaffee in der neuzeitlichen Gesellschaft immer stärkere Verbreitung fanden. Der positive Einfluss der Klöster auf den Weinbau wurde durch die Französische Revolution abgeschnitten. Die Säkularisierung (Verstaatlichung) von Kirchenbesitz durch die napoleonische Besatzungsherrschaft über weite Teile Deutschlands beendete diese jahrhundertelange Verbindung von Klöstern und Weinbau. Fürstenhöfe erwarben nun die die Weinberge - so auch in Schriesheim den Madonnenberg.

 

 

 

Ein Ausblick, der einfach traumhaft ist!

 

 

Situationsplan des Madonnenbergs vom Mai 1986.

Anschrift

Weinbau Madonnenberg Schriesheim e. V.
c/o Rathaus

Friedrichstr. 28 - 30
69198 Schriesheim

Telefon: +49 6203 602101

E-Mail: madonnenberg@web.de

 

 

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